{"id":1298,"date":"2015-09-21T03:16:25","date_gmt":"2015-09-21T03:16:25","guid":{"rendered":"http:\/\/oberle-stiftung.de\/?page_id=1298"},"modified":"2020-08-25T12:24:31","modified_gmt":"2020-08-25T12:24:31","slug":"vom-ueberleben-erleben-und-leben-gestalten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/oberle-stiftung.de\/?page_id=1298","title":{"rendered":"Ein &#8222;Hausm\u00e4dchen-Report&#8220; aus den Anden"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Vorschaubild.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-1636 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Vorschaubild-150x150.jpg\" alt=\"Vorschaubild\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Um der oft aussichtslosen Situation der abgelegenen D\u00f6rfer in den Anden zu entkommen, ziehen viele junge M\u00e4dchen in die St\u00e4dte, um in Haushalten zu arbeiten. Oder sie\u00a0 werden von ihren Eltern, die sie nicht mehr ern\u00e4hren k\u00f6nnen, in die Stadt geschickt, damit sie es &#8222;dort einmal besser haben&#8220;.\u00a0 So auch Benigna und Edith. Sie hatten als junge M\u00e4dchen ihre Heimatd\u00f6rfer verlassen m\u00fcssen, um sich im\u00a0weit entfernt gelegenen \u00a0Cusco selbst durchzuschlagen.<\/p>\n<p class=\"western\" style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Cusco.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-1521 alignleft\" src=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Cusco-300x200.jpg\" alt=\"Cusco\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Cusco-300x200.jpg 300w, https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Cusco-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Benigna war damals &#8211; 11j\u00e4hrig &#8211; ver\u00e4ngstigt und mit gro\u00dfen Augen nach Cusco gekommen und arbeitete ganze neun Jahre lang als Haushaltshilfe. \u201eIch konnte am Anfang fast niemanden verstehen, da wir daheim im Dorf kein Spanisch, sondern Quechua gesprochen haben\u201c berichtet Bedigna. Ihre Arbeit und das Leben in der Stadt hatte sie sich\u00a0 ganz anders vorgestellt. Sie wollte lernen, arbeiten und in die Schule gehen. Anfangs war sie einfach nur dankbar, dass eine Familie sie\u00a0 als Haushaltshilfe aufgenommen hatte. Zum Lernen und in die Schule gehen,\u00a0 blieb dabei aber keine Zeit. Tagt\u00e4glich musste sie von fr\u00fch morgens bis sp\u00e4t nachts putzen und kochen. Sie musste daf\u00fcr sorgen,\u00a0 alle W\u00fcnsche der Familienmitglieder zu erf\u00fcllen. Sie dachte damals,\u00a0 dass sie wohl nie aus jenem Haus herauskommen und dass sich ihr restliches Leben f\u00fcr immer in diesen vier W\u00e4nden abspielen w\u00fcrde.\u00a0 Die Stadt Cursco, die von so vielen\u00a0 Touristen besucht wird, kannte sie gar\u00a0 nicht.<br \/>\nDie Geschichte von Edith ist \u00e4hnlich. Wenn sie von ersten Jahren in der Stadt berichtet, von Einsamkeit, Hunger und \u00c4ngsten, breitet sich ein trauriger Ausdruck auf ihrem Gesicht aus.<\/p>\n<p class=\"western\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Radio.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-1522 alignright\" src=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Radio-300x156.jpg\" alt=\"Radio\" width=\"289\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Radio-300x156.jpg 300w, https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Radio.jpg 730w\" sizes=\"auto, (max-width: 289px) 100vw, 289px\" \/><\/a>Eines Tages h\u00f6rten beide im Radio in ihrer\u00a0 Muttersprache Quechua\u00a0 Geschichten von anderen M\u00e4dchen, die \u00e4hnliche Erfahrungen gemacht hatten. Das war das erste Mal,\u00a0 dass sie von CAITH \u00a0(Centro de Apoyo integral a la trabajadora del Hogar), einer kleinen Hilfsorganisation f\u00fcr Hausm\u00e4dchen vom Land,\u00a0 erfuhren. Die Sprecherin\u00a0 im Radio gab eine Telefonnummer durch. Es hat dann noch ein paar Tage gedauert, bis Bedigna und Edith\u00a0\u00a0 den Mut aufbrachten, diese Telefonnummer zu w\u00e4hlen.<\/p>\n<p class=\"western\" style=\"text-align: justify;\">Heute arbeiteten und lernen beide bei CAITH. Edith strahlt, wenn sie \u00fcber all ihre neuen Erfahrungen berichtet. Man kann sie kaum wiedererkennen, so lebendig sprudeln die Geschichten aus ihr heraus: \u201cHier kann ich so viel Neues f\u00fcr meine Zukunft lernen und immer ist jemand f\u00fcr mich da. Ich f\u00fchle mich so wohl. Ein ganz anderes Leben\u201d.<\/p>\n<p class=\"western\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/original-Yanapanakusun-school.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-1523 aligncenter\" src=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/original-Yanapanakusun-school-300x156.jpg\" alt=\"original Yanapanakusun school\" width=\"362\" height=\"188\" srcset=\"https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/original-Yanapanakusun-school-300x156.jpg 300w, https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/original-Yanapanakusun-school.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 362px) 100vw, 362px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"text-align: justify;\">Benigna genie\u00dft die Zusammenarbeit mit anderen jungen M\u00e4dchen. Jeden Tag gibt es neue Dinge und neue Menschen zum Kennenlernen,\u00a0 Tagespl\u00e4ne erstellen, Bettenbelegung organisieren, Zimmer vorbereiten und Kochen.<\/p>\n<p class=\"western\" style=\"text-align: justify;\">Gerade ist\u00a0 Hochsaison,\u00a0 was Benigna\u00a0 besonders spannend findet. Menschen aus vielen anderen L\u00e4ndern trudeln\u00a0 in die Herberge ein.<\/p>\n<p class=\"western\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Foto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-1524 alignleft\" src=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Foto-300x225.jpg\" alt=\"Foto\" width=\"288\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Foto-300x225.jpg 300w, https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Foto.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/a>Auch f\u00fcr Edith er\u00f6ffnen sich durch die Begegnung mit vielen Menschen\u00a0 neue Welten: \u201cIch lerne so viel neues \u00fcber Denkweisen, andere Kulturen und neue Handlungsm\u00f6glichkeiten\u201d. Edith wei\u00df, wenn die Touristen kommen dann gibt spanndende Gesellschaft, viel Arbeit und die Gelegenheit neue Freundschaften aufzubauen. \u201cSp\u00e4ter m\u00f6chte ich einmal in den gro\u00dfen Hotels arbeiten\u201d, berichtet Benigna selbstbewusst, \u201caber davor muss ich meine Arbeit noch verbessern, noch mehr Erfahrungen sammeln\u201d.<\/p>\n<p class=\"western\" style=\"text-align: justify;\">direkt zu unserem Projektpartner in Peru\u00a0<strong><a href=\"http:\/\/www.yanapanakusun.org\/ayparina\/testimonios.htm\" target=\"_blank\">Yanapanakusun<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um der oft aussichtslosen Situation der abgelegenen D\u00f6rfer in den Anden zu entkommen, ziehen viele junge M\u00e4dchen in die St\u00e4dte, um in Haushalten zu arbeiten. 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