{"id":1813,"date":"2015-09-23T15:40:23","date_gmt":"2015-09-23T15:40:23","guid":{"rendered":"http:\/\/oberle-stiftung.de\/?page_id=1813"},"modified":"2021-04-27T19:05:52","modified_gmt":"2021-04-27T19:05:52","slug":"bedingungslose-liebe-auf-den-spuren-des-hl-franziskus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/oberle-stiftung.de\/?page_id=1813","title":{"rendered":"Bedingungslose Liebe: auf den Spuren des heiligen Franziskus"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Tonsur.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-1812\" src=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Tonsur-150x150.jpg\" alt=\"Tonsur\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a>Wir haben schon gewusst, dass es da einen sehr speziellen, jungen Orden gibt, der ganz neu den alten Wegen des heiligen Franziskus nachfolgt: Laien-Br\u00fcder, die alles eigenes Hab und Gut aufgeben, um einzig f\u00fcr&nbsp; die \u00c4rmsten der Armen da zu sein.<br \/>\nEines Tages in einem Stra\u00dfencaf\u00e9 in Quito haben wir dann zwei M\u00f6nche aus einem anderen Zeitalter an uns vorbeilaufen sehen: barfu\u00df,&nbsp; in einer Kutte aus grobem Stoff, das Haupt&nbsp; kahl rasiert.<br \/>\nSie gingen sie an uns vor\u00fcber. Und wir gingen hinterher &#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Wir wollten wissen, ob sie es sind, von denen wir schon geh\u00f6rt hatten. Uns interessierte, was sie eigentlich machen. Sie haben uns &#8211; mit gro\u00dfer Offenheit und Warmherzigkeit &#8211;&nbsp; eingeladen,&nbsp; mit in ihr Haus zu kommen, um es selbst zu erleben.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_113242-Ausschnitt2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-1816\" src=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_113242-Ausschnitt2-300x280.jpg\" alt=\"20150225_113242 Ausschnitt2\" width=\"208\" height=\"194\" srcset=\"https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_113242-Ausschnitt2-300x280.jpg 300w, https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_113242-Ausschnitt2-1024x956.jpg 1024w, https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_113242-Ausschnitt2.jpg 1740w\" sizes=\"auto, (max-width: 208px) 100vw, 208px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Aber:&nbsp; Wer sind&nbsp; die \u00c4rmsten der Armen, die &#8218;Elenden&#8216;?<br \/>\n<\/span><span style=\"color: #000000;\">Die, die nichts zu essen haben.<br \/>\nDie, die ihre &#8218;Familienbande&#8216; verloren haben.<br \/>\nDie, die ohne Dach \u00fcber dem Kopf sind.<br \/>\n<\/span><span style=\"color: #000000;\">Vor allem aber die, die zu alledem keine Hoffnung mehr haben.<br \/>\n<\/span>Um diese will sich die Bruderschaft &#8220; annehmen.&nbsp; Dem&nbsp; Ruf und Charisma des brasilianischen Ordensgr\u00fcnders folgen auch in heutigen Zeiten noch viel junge Menschen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_114510.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-1810 alignright\" src=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_114510-225x300.jpg\" alt=\"20150225_114510\" width=\"140\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_114510-225x300.jpg 225w, https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_114510-768x1024.jpg 768w, https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_114510.jpg 1596w\" sizes=\"auto, (max-width: 140px) 100vw, 140px\" \/><\/a>Ihre Tonsur symbolisiert Demut. Ihr grobes Gewand bezeugt ihr Gel\u00fcbte, sich durch Armut auf die gleiche Stufe der Armen zu stellen. Sie laufen barfu\u00df. Sie wollen den Armen von Angesicht zu Angesicht begegnen.<br \/>\nIhr Glaube: Nur in der Demut vor dem N\u00e4chsten kann man Gott im N\u00e4chsten erfahren.<br \/>\n\u00c4rmlich, kahl rasiert, aber mit Gesichtern voll Freude.<\/p>\n<p>Sie gehen sp\u00e4t nachts raus auf die Stra\u00dfe und sehen nach den Menschen,&nbsp; die dort einsam und verlassen noch &#8218;hausen&#8216;;&nbsp; ungewaschen, schlecht riechend, meist alkoholisiert&nbsp; und oft krank. Dienenigen, die sie im schlechtesten Zustand vorfinden,&nbsp; nehmen sie mit in ihr Haus.<br \/>\nSie baden sie. Sie schneiden ihnen die N\u00e4gel. Sie waschen ihre W\u00e4sche oder geben ihnen neue Kleider. Sie verbinden ihre Wunden. Sie behandeln sie als geliebte G\u00e4ste, f\u00fcr die sie ein frisch gemachtes Bett bereitstellen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_114232.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-1809\" src=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_114232-300x225.jpg\" alt=\"20150225_114232\" width=\"277\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_114232-300x225.jpg 300w, https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_114232-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 277px) 100vw, 277px\" \/><\/a>Die Aufgenommen reagieren zun\u00e4chst mit Misstrauen. Niemand hat sie bisher so behandelt. Seit Jahren haben sie kein gutes Wort mehr geh\u00f6rt, keine Umarmung erhalten, keine zwischenmenschliche W\u00e4rme mehr gesp\u00fcrt. Dabei haben sie ihren Selbstwert verloren.<br \/>\nNach und nach tauen sie auf, d\u00fcrfen sich tats\u00e4chlich wieder angenommen f\u00fchlen. Ihre eigene (Mit-) Menschlichkeit darf wieder (her-) vorkommen.<\/p>\n<p>Die meisten&nbsp; gehen am n\u00e4chsten Tag wieder raus auf die Stra\u00dfe. So wie sie es gewohnt sind. In ihr altes Leben zur\u00fcck. Viele kommen aber zur\u00fcck, sind anger\u00fchrt von dieser Erfahrung und &#8222;ergeben&#8220; sich schlie\u00dflich dieser seltsamen, bedingungslosen Liebe.<br \/>\nEs beginnt ein innerlicher Prozess der Selbstwertsch\u00e4tzung, der &#8218;Rehabilitation&#8216;, schlie\u00dflich der &#8218;Reintegration&#8216;. Erst in die quasi kl\u00f6sterliche Gemeinschaft, dann auch nach drau\u00dfen, in die Gesellschaft.<br \/>\nDaf\u00fcr lernen sie alte Sachen neu und bekommen eine Kurz-Ausbildung, in Ans\u00e4tzen.<br \/>\nSie arbeiten in der K\u00fcche mit, lernen dabei aber&nbsp; zu kochen. Es gibt eine Hausb\u00e4ckerei, die ihr Brot, soweit es nicht auf der Stra\u00dfe verteilt wird, auch verkauft.<\/p>\n<p>Sie gewinnen langsam ein neues Zutrauen, lernen vor allem sich selbst wieder anzunehmen.<br \/>\nDie Laienbr\u00fcder versuchen,&nbsp; ihre Familien wiederzufinden bzw.&nbsp; zu helfen, sich dort wieder hineinzufinden.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1811 size-medium alignleft\" src=\"http:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_114725-e1619190871103-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_114725-e1619190871103-225x300.jpg 225w, https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_114725-e1619190871103-768x1024.jpg 768w, https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_114725-e1619190871103-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_114725-e1619190871103-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/oberle-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/20150225_114725-e1619190871103.jpg 1750w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>So z.B. Pedro:<br \/>\nEr hatte f\u00fcnfzehn Jahre auf der Stra\u00dfe gelebt und kam verletzt ins Haus. Er wurde, als er angetrunken war,&nbsp; von einem Wagen angefahren. Er lag 3 Tage lang verletzt auf der Stra\u00dfe, bevor ihn die Br\u00fcder de la Toco&nbsp; in ein Hospital brachten. Ein Bein war nicht mehr zu retten, es musste abgenommen werden.<br \/>\nNach einem langen &#8218;Prozess&#8216; ging er schlie\u00dflich in seine alte Familie zur\u00fcck, die ihm verzieh, ihn wieder aufnahmen. Ein echte, zweite Chance, nun ohne sein zweites Bein.<\/p>\n<p>Wir unterst\u00fctzen die Br\u00fcder von Toca de Asis nun schon eine ganze Weile und haben uns an das Klientel, an das seltsame Aussehen der Toca und ihre spezielle Lebensweise fast schon gew\u00f6hnt.<br \/>\nAber wir erinnern uns auch noch daran, wie wir nach dem ersten Besuch mit Tr\u00e4nen in den Augen aus dem Haus gelaufen sind. Weinend vor Freude,&nbsp; dass es eine gelebte, bedingungslose Liebe tats\u00e4chlich gibt.<br \/>\nDie davon zeugt, wie diese unsere&nbsp; Welt auch sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tocadeassisirmaos.org.br\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zu der Seite der <strong>Br\u00fcder von Toca de Asis<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben schon gewusst, dass es da einen sehr speziellen, jungen Orden gibt, der ganz neu den alten Wegen des heiligen Franziskus nachfolgt: Laien-Br\u00fcder, die alles eigenes Hab und Gut aufgeben, um einzig f\u00fcr&nbsp; die \u00c4rmsten der Armen da zu sein. 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